Hasen (-artige)

 

zu den Hasenartigen zählen und für die „Pelzwirtschaft“ interessant/wichtig gehören z.B.


Die Echten Hasen (Lepus)sind die artenreichste Gattung innerhalb der Familie der Hasen (Leporidae). Sie umfasst etwa 30 Arten, deren Verbreitungsgebiete in Europa, Asien und Nordamerika liegen und von denen sechs auch oder ausschließlich in Europa heimisch sind.

Die Systematik innerhalb der Gattung wird seit langem kontrovers diskutiert, die Anzahl der Arten und Unterarten ist daher ja nach Autor unterschiedlich. Im Folgenden werden hier somit beschrieben: Europäischer Feldhase, Polarhase und Schneehase.

Ob Hasenfelle bzw. Hasenbälge schon immer weniger gefragt waren wegen ihrer z.B. geringen Haltbarkeit und der Neigung zum Haaren als ähnliche Felle der verwandten Gattung der Kaninchen, speziell der Hauskaninchen sei mal angenommen. Laut Aussagen war wohl die Nutzung der Haare beteutender. Z.B. für Hutfilze oder Garne. Auch erwähnt wird , daß aus dabei abfallenden Häuten Leim gekocht wurde.

Aussehen:

Echte Hasen haben im Vergleich zu anderen Hasenartigen sehr lange Hinterbeine, die rund doppelt so lang sind wie die Vorderbeine, und sehr große Ohren. Der Schädel ist dünner als bei anderen Hasenartigen. Das Nasenbein ist vorn nicht verbreitert und ein Supraorbitalfortsatz ist vorhanden. Die Arten haben vier obere Schneidezähne, die beiden vorderen sind groß, die direkt dahinter liegenden klein. Die Kopf-Rumpf-Länge liegt in der Regel zwischen 40 und 70 Zentimeter, der kurze Schwanz wird drei bis zehn Zentimeter lang. Das Gewicht beträgt zwischen 1,3 und 7 Kilogramm.

Lebensweise:

Echte Hasen graben keine oder nur sehr einfache unterirdischen Baue. Sie ruhen meist in einer durch Pflanzenwuchs gut gedeckten flachen Bodenmulde. Die Tiere ernähren sich wie alle Hasenartigen fast ausschließlich pflanzlich. Die Jungtiere sind ausgesprochene „Nestflüchter“, sie werden behaart und sehend geboren und können sich schon wenige Minuten nach der Geburt fortbewegen.


Europäischer
Feldhase

Die Hasen dienen vorwiegend der Jagdwirtschaft und damit der Fleischverwertung, das Fell fällt als wenig bezahltes Nebenprodukt an. Die meisten Felle sind durch Schrotlöcher für Pelzzwecke entwertet und werden der Schneideindustrie für Filze zugeführt.

Namensgebungen
z.B. in der Pelzbranche:

Hasenfell

Weitere Infos & Zahlen:

Laut Wikipedia: 1989 waren über den Weltanfall keine Zahlen bekannt.

3.000.000 Feldhasen leben derzeit schätzungsweise in Deutschland. Ihr Bestand gilt als gefährdet. Der Feldhase verliert durch die Intensivierung in der Landwirtschaft Lebensraum und Nahrungsangebot. Dazu kommt, daß jährlich beim Überqueren der Strasse ca. 60.000 Tiere sterben und rund 367.321 Tiere wurden beispielsweise 2010/2011 erschossen. Das heisst fast jeder 7. Feldhase wird unmittelbar durch den Menschen getötet …da fragt man sich doch nicht ernsthaft wieso der Bestand gefährdet sein kann, oder?!

Polarhase

(Lepus arcticus) gehört zu den echten Hasen. Lange galt er als Unterart des Schneehasen (Lepus timidus), doch wird er jetzt als eine eigenständige Art angesehen. Er kommt im arktischen Teil Kanadas und auf Grönland vor. Die Körperlänge mißt etwa 50cm und der Polarhase trägt in Grönland ganzjährig ein weißes Fell. Die Hasen erreichen auf der Flucht Geschwindigkeiten bis zu 65 Stundenkilometer.

Namensgebungen
z.B. in der Pelzbranche:

Den Namen Schneeschuhhase hat er z.B. wegen seiner behaarten und recht großen Hinterpfoten, die ein Versinken im Schnee verhindern sollen.

Weitere Infos & Zahlen:

Menschen verwerten zuweilen ihr Fleisch als Nahrungsmittel und ihr Fell als Kleidungsmaterial. 1971/1972 wurden aus Kanada etwa 10.000 Felle angeliefert, neuere Zahlen waren nicht bekannt.

Schneehase

(Lepus timidus) ist eine zur Familie der Hasen (Leporidae) gehörige Art. Schneehasen kommen in großen Teilen des nördlichen Eurasiens vor. In Europa leben sie in Skandinavien, Schottland und Irland, im Alpenraum sowie im Baltikum und Osteuropa, in Asien in ganz Sibirien bis in die Mongolei und in das nördliche China sowie auf der japanischen Insel Hokkaidō. In England und auf den Färöern wurde die Art eingeführt. Mit ca 3 kg Durchschnittsgewicht und knapp 40 bis 60 cm Länge ist er etwas kleiner als der Feldhase.

Namensgebungen
z.B. in der Pelzbranche:

Weißer Hase; Europäische Schneehasen werden in 3 Unterarten eingeteilt: Alpenschneehase, arktisch- schottischer Schneehase und Irischer Schneehase. Im russischen Handel werden die Felle unterteilt in weiße Hasen, in graue Hasen (Sommerfelle) und in Steppenhasen (aus Mittelasien). Die weiteren jeweiligen Bezeichnungen leiten sich meist von den Namen der zentralen Sammel- und Handelsplätze ab. Z.B. Kamyschlowsk, Kasan, Ostsibirier, Schadrinsk, Tomsk, Ufimsk, Ural und Westliche. Grauspitzige Hasen (Herbst-Übergangsfelle) werden Bussy genannt.

Weitere Infos & Zahlen:

Die Populationen des Schneehasen sind starken Fluktuationen unterworfen. Gründe dafür liegen in der Verfolgung durch Räuber, im Hunger und im Befall durch Parasiten. Generell zählen sie nicht zu den bedrohten Arten, lediglich die Population im Alpenraum gilt als bedroht. Laut Südtiroler Jagdportal werden in Südtirol jährlich ca. 500 – 600 Schneehasen erlegt.

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Als Kaninchen bezeichnet man mehrere Gattungen und Arten aus der Familie der Hasen (Leporidae)

Die Kaninchen sind allerdings keine systematische Gruppe (Taxon), denn es werden neben dem Wildkaninchen und Hauskaninchen noch einige andere nicht nahe verwandte Arten als Kaninchen bezeichnet.

Alle Hauskaninchenrassen stammen von domestizierten Wildkaninchen ab und ihre Zucht galt jeher dem Fleisch, dem Fell, der Wolle oder galt als Laborbedarf. Im weiteren Verlauf werden hier vor Allem das Angorakaninchen, das Hauskaninchen mit den daraus gezüchteten Rex-kaninchen und dem Orylag sowie das allen zugrundeliegenden Wildkaninchen vorgestellt.

„Kaninchen galten als beliebtes Jagdobjekt und Dank der bequemen Haltung und der enormen Vermehrungsrate dienten sie als Frischfleischvorrat“

Viele Menschen denken bei Kaninchenfell/-Pelz daran, dass dies Schlachtabfälle aus der Mastkaninchen“Produktion“ sind (weltweit geht man mindestens von über 1 Milliarde Tiere aus) und sehen sofern sie tierische Nahrungsmittel nicht ablehnen generell kein Problem darin dann doch bitte auch den „Abfall“ zu verwerten. Dass all der angebotene Kaninchenpelz aus eben jener Produktion abgeworfen wird ist ein Irrtum. Richtig ist, dass allenfalls minimale Rest zu diversen Kleinigkeiten weiterverarbeitet werden und dass extra Angorakaninchen gezüchtet und gehalten werden und sie mehrmals im Jahr geschoren werden um Angora-Wolle herzustellen, ausserdem dass das Rex Kanin und das Orylag beispielsweise extra ihres Felles wegen gezüchtet und getötet werden. Seltener noch ist es das Fell von Wildkaninchen aus z.B. Jagd und Fallenfang in verschiedenen Ländern.

Das Statistische Bundesamt erfasst keine Daten zur Kaninchenproduktion in Deutschland. Laut der Organisation Vier Pfoten werden nach Schätzungen von Fachleuten etwa 41.000 Tonnen Kaninchenfleisch verzehrt und etwa 30 Millionen Mastkaninchen geschlachtet. 60 Prozent der verzehrten Menge werden von Hobbyhaltern und Rassekaninchenzüchtern produziert, 20 Prozent werden von Mästern produziert, und 20 Prozent werden (aus Frankreich, Ungarn, den Niederlanden, Polen, Italien und China) importiert.

Aussehen:

Die Hasenartigen werden vor allem aufgrund verschiedener Merkmale des Schädelaufbaus, der Bezahnung und des Baus der Hinterbeine zusammengefasst und seit 1912 durch Gidley den Nagetieren (Rodentia) gegenübergestellt. Je nach Art und Rasse sind sie zwischen 15 bis 30cm gross und wiegen dabei bis zu 5 Kilo, ev. sogar mal mehr. Das Fell variiert ebenfalls je nach Art und Rasse und kann praktisch jede Farbnuance aufzeigen.

Lebensweise:

Kaninchen sind Pflanzenfresser (Herbivore) und werden unter diesen zu den Blattfressern (Folivore) gezählt. Sie sind hoch soziale Tiere. Kaninchen leben in freier Wildbahn in größeren Gruppen mit ihren Familien in unterirdischen Erdlöchern (Kaninchenbau) und zeigen eine ausgeprägte soziale Hierarchie und Revierverhalten. Dabei verständigen sich untereinander durch Duftstoffe, Laute und visuell durch Körpersprache.


Angorakaninchen

Ist eine mittelgroße, langhaarige Kaninchenrasse mit einem Gewicht von etwa 3,5–5 kg. Aus den Haaren der Tiere, die durch Mutation lang und stetig nachwachsens sind, wird die Angorawolle hergestellt. Durch Auskämmen, Schur aber auch durch qualvolles „Abzupfen“ bei lebendigem Leib. Ein Unterlassen der Schur würde zur Überhitzung führen.

Namensgebungen
z.B. in der Pelzbranche:

Angora; Angorakaninchen; Angorawolle

Weitere Infos & Zahlen:

Das Angorakaninchen hat ein sehr weiches, flauschiges Langhaarfell, welches ab dem 4. Monat alle 3 Monate geschoren wird.  Laut Kaninzucht sollte die Wolldichte „so groß wie möglich und die Wolllänge mindestens 3,5 cm, zum Bewertungszeitpunkt sogar 6  cm sein“. Die Wolleistung (von 4 Schuren pro Jahr) soll über 1.000g liegen, Einigen Tieren wird  über 2.000g Wolle genommen.

Laut peta kommt 90% der Angorawolle aus China.
Bericht und Hintergründe über die grausame Schur gibt es z.B. hier: http://www.peta.de/angora#.V3-e56L8hns

Hauskaninchen

Das Hauskaninchen (Oryctolagus cuniculus forma domestica) ist die domestizierte Form des Wildkaninchens. Es wird sowohl als Nutztier zur Fleisch- und Pelzproduktion als auch als Heimtier gehalten. Umgangssprachlich ist auch die Bezeichnung „Stallhase“ gebräuchlich. Die Zucht der Rassen wie sie heute bekannt sind, begann etwa ab 1800 in Frankreich.

Namensgebungen
z.B. in der Pelzbranche:

Chinchillette; Erminette; Kanin; Kaninchen; Kaninfelle; rabbit-skin; Rassekaninchen; Zuchtkanin

1955 wurde erwähnt das Wort „rabbitskin“ durch „coney fur“ zu ersetzen. Desweiteren wurden in England um 1965 Kaninpelze unter Phantasienamen, wie „Zippy“, „Slinky“, „Dany“, „Dotty“ und „Cuttly“ angeboten.

Der ZDRK hat in Deutschland 88 Rassen in 370 Farbenschlägen anerkannt, die in 7 Abteilungen geordnet sind. Demnach können rein theoretisch ebenso viele Bezeichnungen angegeben sein. Um nur einige (aus jeder Abteilung 1) zu nennen: Deutsche Riesenschecken; Blaue Wiener; Lohkaninchen; Hermelin; Satin-Chinchilla; Marder-Rexe; Fuchskaninchen

Die 1968 veröffentlichten deutschen RAL-Vorschriften für Pelzbekleidung besagen, dass die Beschreibung in der Auszeichnung klar erkennbar sein muss um welches Fell es sich handelt und es sollte immer am Wortende „Kanin“ stehen. Noch relativ häufig, aber in Deutschland unzulässig, wird das Fell auf Preisschildern nur mit seinem französischen Namen als „Lapin“ bezeichnet.

Laut Pelz-Lexikon – Pelz- und Rauhwarenkunde von Alexander Tuma sollen Mitte des 20. Jahrhunderts bereits über 2000 Bezeichnungen „errechnet“ worden sein. Von der heute vorgeschriebenen Auszeichnung abweichende, verschleiernde, teils kurios anmutende Bezeichnungen waren unter anderem: Arcansas Seal; Australisch Seal; Belgian Tiger; Biber ejarée; Biber Lutrin; Biberette; Bisamin; Bleuté-Squirrelette; Blocked LapinElectric-Seal; Elektrik(mantel etc.); Electric Biber; Fehkanin; Foxalin; Französisch Biber; Französisch Nutria; Herminette; Hermelinette; Lapin, Meskinseal; Moline; Electric Maulwurf; Nerzalin; Nerzilla; Nordischer Biber; Nubian Seal; Nutriette; Petzold(mantel); Renargette; Seal; Sealine; Sealelektric; Sealkanin; Skunksette; Skunkskanin; Squirlette; Taupinette; Tigerette; Visonette

Weitere Infos & Zahlen:

Rassekaninchen waren in der Vergangenheit ein wichtigerer Wirtschaftsfaktor als heute. Zusätzlich zur Nutzung des Fleisches spielten die Felle auch in Deutschland eine bedeutende Rolle. Neben der natürlichen Verarbeitung nutzte man Kaninchenfelle gefärbt und/oder geschoren zur Imitation edlerer Pelze. In recht bedeutender Menge kommt heute Kaninkonfektion aus China auch auf den hiesigen Markt, insbesondere Kleinteile wie Schals. Hierbei handelt es sich zum Teil um rückexportierte Rexkaninfelle aus Europa, insbesondere aus Spanien. Kaninchenhaar wurde in der Hutproduktion eingesetzt. Auch die Produktion und Weiterverarbeitung von Angora-Wolle spielte eine Rolle. Insbesondere in Kriegs- und Notzeiten stieg die Bedeutung der Kaninchenhaltung stark an und wurde dann in verschiedenen Ländern auch staatlich gefördert.

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– Rex-kaninchen

 eine Gruppe kurzhaariger Kaninchenrassen

Die Kaninchenrasse wird seit 1919 gezüchtet.

Namensgebungen
z.B. in der Pelzbranche:

Rexkanin

Aufgrund der Farbvariatonen werden verschiedene Fellfarben gezüchtet: Chin-Rex, Blau-Rex, Weiß-Rex, Dreifarben-Schecken-Rex, Dalmatiner-Schecken-Rex, Gelb-Rex, Castor-Rex, Schwarz-Rex, Havanna-Rex, Blaugrauer Rex, Mauve-Rex und Japaner-Rex. Es gibt noch andere Rexrassen wie Rexzwerge und Rexzwergwidder und ähnliche Rassen wie Normannenrex, Satin-Rex und Opossumkaninchen.

Weitere Infos & Zahlen:

„Rex- Kaninchen werden gezüchtet und getötet, um ausnahmslos aus ihren Fellen Gewinn zu schlagen.“

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– Orylag

Eine Zuchtform des Rexkanin ist das Orylag-Kanin, das seit seinem Erscheinen auf dem Markt einen besonders hohen Preis erzielt und oft ohne den Zusatz Kanin gehandelt wird. Der Name wurde 1989 geschützt und darf nur mit der Genehmigung der landwirtschaftlichen Genossenschaft der Züchter d’Orylag für Fleisch und Felle aus deren Tieren benutzt werden.

Namensgebungen
z.B. in der Pelzbranche:

Orylag

Die ausschließliche Verwendung der Bezeichnung Orylag ohne den Zusatz Kanin für die aus Frankreich stammende Sorte der Rexkaninchen blieb bisher unbeanstandet.

Weitere Infos & Zahlen:

Die produzierte Fellanzahl hat sich von 2000 Stück im Jahr 1992 auf 100.000 im Jahr 2006 erhöht.

Bei der Zucht von Orylag-Kaninchen fließen über 60 Prozent in den wirtschaftlichen Gewinn der Pelzbranche.

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Wildkaninchen

Ist ungefähr 35 bis 45 cm groß mit einer Schwanzlänge von ca. 6 cm und wiegt ca. 1,3 bis 2,2 kg.

Namensgebungen
z.B. in der Pelzbranche:

Kanin; Kaninchen; Kaninfelle; Wildkanin

Bucks (die englische Bezeichnung) steht für Böcke und damit sind nicht die männlichen Tiere gemeint, sondern die großen, dickledrigen, auch als „bockig“ bezeichneten Felle. Andersherum sind die als „doe“ bezeichneten Felle auch nicht die Weibchen, sondern dünnledriges, weiches Fell gemeint. Butchers waren Schlachthausfelle. Femellen ist eine alte Qualitätsbezeichnung für weibliche australische Kaninfelle.

Differenzierungen gab es in Bucks (Männchen), Does (Weibchen), Suckers (Milchkanin), Kittens (Mäuschen = besonders klein), Racks (kurzhaarige, gedrungene Sorten).

Baumwollschwanz-Kaninchen (Cottontail Rabbit) werden nur wenig gehandelt. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Südkanada bis zum 25. Grad südlicher Breite. Vier Arten werden von der IUCN als gefährdet oder bedroht gelistet.Und das Fell des White-tailed jackrabbit (zoologisch Präriehase)  noch dem Handel zugeführt wird ist unbekannt. Die Felle sollen jedoch einmal ein bedeutender Handelsartikel gewesen sein.

Weitere Infos & Zahlen:

Während einige Jahrzehnte lang die stets hasengrauen Wildkaninfelle kaum mehr für Pelzzwecke angeboten wurden, werden sie seit etwa vor 2010 wieder vermehrt für Besatzzwecke und Kleinteile verwendet.

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